Feb 262013
 

AlkoholsuchtAlkoholsucht zeigt sich sowohl körperlich, als auch psychisch und im sozialen Verhalten und ist nicht nur in dem Moment der Sucht ein Problem, sondern durch viele Folgeschäden gekennzeichnet. Alkohol stellt – nach Bluthochdruck und Rauchen – den drittstärksten Risikofaktor für Erkrankungen in Europa dar. Deutschlandweit sterben rund 42.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Alkohols, egal ob direkt oder indirekt. Dabei sin die Männer viel stärker betroffen, als die Frauen. In Deutschland gibt es geschätzte 1,7 Millionen Alkoholiker. Alkoholismus wird anhand von gewissen Kriterien diagnostiziert, die in gewisser Anzahl vorhanden sein müssen, um einen Betroffenen als süchtig abzustempeln. Es können keine Vorhersagen getroffen werden, ob jemand dem Alkohol verfallen könnte, denn es handelt sich immer um individuelle Fälle.

Erfolg bei der Therapie ist geteilt – die Hälfte schafft den Entzug und die Hälfte bleibt erfolglos – und auch bei den erfolgreichen Betroffenen heißt es noch lange nicht, sie bleiben standhaft, wenn sie zu den alltäglichen Versuchungen zurück kehren. Viele Alkoholiker kämpfen ihr Leben lang erfolglos gegen die Sucht. Ab wann eine Person alkoholsüchtig ist, ist schwer zu sagen, weil es fließende Übergänge zwischen Normalkonsum und Sucht gibt.

Wirkungen vom Alkohol – das sollten Sie wissen!

größere Mengen vom getrunkenen Alkohol landen im Blutkreislauf. Die Geschwindigkeit des Transports ist schwer vom Essen abhängig. Wenn Alkohol konsumiert wird, ohne dass der Betroffene was gegessen hat, wird Alkohol sehr schnell aufgenommen und bei fettigem Essen verläuft der Prozess langsamer. Die Konzentration im Blut ist dabei am höchsten, wenn zwischen 45 und 90 Minuten nach dem Konsum vergehen. Dabei wird die Konzentration bei Frauen schneller in die Höhen getrieben, als bei Männern, weil diese größer und schwerer sind. Somit kann sich Alkohol in einer größeren Menge der Körperflüssigkeit aufteilen. Die Leber ist das wichtigste Organ zum Abbauen vom Alkohol. Die Auswirkungen des Alkohols im Körper sind Mengenabhängig. Wenn Alkohol egelmäßig konsumiert wird, kommt es schnell zu einer Toleranz, wo der Körper weniger Reaktion zeigt. Die Beeinträchtigung durch den Alkohol ist nicht nur von den Promille-Werten abhängig, doch egal, wie viel jemand vertragen kann, dauerhaften Schäden bleiben nicht aus. Alkohol zerstört die Zellen und beschädigt dauerhaft die körperlichen Organe, die dann nicht problemlos funktionieren können. Am meisten sind Leber und Nerven betroffen und dabei ist es vollkommen egal, welche Form des Alkohols man zu sich nimmt – Schäden werden bei der gleichen Menge beim Wein, Bier oder Schnaps gleich groß. Alkohol sorgt für verschiedene Veränderungen im Körper, unter anderem kommt es zum Lallen, Schwanken, Blutgefäße erweitern sich, was Rötungen auslöst und man schwitzt stark. Alkohol verändert aber nicht nur den menschlichen Körper, sondern auch die Psyche, denn es treten eine ungewohnte Redseligkeit, gute Stimmung, ein untypisch lockeres Verhalten durch Senkung der Hemmschwelle und bei einigen Menschen kommt aggressives Verhalten auf.

Diese Phasen machen süchtige durch!

Der individuelle Verlauf ist zwar immer unterschiedlich, doch es gibt ein paar typische Verhaltensformen, die in fast jedem Fall auftrete. Alles fängt an, wenn Probleme vorkommen und die Betroffenen Lösung im Alkohol ertränken wollen. Das passiert erst manchmal und wird mit der Zeit häufiger. Weil es den Betroffenen kurzfristig gut geht, wiederholen sie das bei dem nächsten Tief genauso. Es muss nicht passieren, dass sie sich dabei betrinken, doch somit gewinnt Alkohol immer mehr an Bedeutung und schließlich haben sie nichts anderes mehr in den Gedanken, außer Alkohol, dessen Beschaffung und Verheimlichung. Sie verlieren mehr und mehr die Kontrolle und Flasche begleitet sie durch den ganzen Tag – egal, wie früh oder spät es sein mag. Dadurch vernachlässigen sie andere Verpflichtungen, schieben soziale Kontakte zur Seite und versuchen, die zu meiden, um ihre Sucht geheim zu halten. Wenn sie keinen Alkohol bekommen, wehrt sich der Körper. Am Ende ist der Alkohol der Herrscher im Leben und alles dreht sich nur noch um ihn – vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen. Nüchtern sind die Betroffenen nur noch selten, denn es fällt ihnen schwer, die alltäglichen Sachen zu erledigen, wenn sie nicht betrunken sind. Sie sin nicht mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen und zu beurteilen. Inzwischen sind der Körper und der Geist schwer betroffen und der Betroffene steigt aus dem sozialen System heraus. Ohne Therapie ist der Mensch langsam nicht mehr lebensfähig. Ziel der Therapie ist eine dauerhafte Abstinenz, denn kontrolliert trinken können die Menschen, die mal süchtig waren, nicht lernen. Zum Entzug ist ein Ausstieg aus dem normalen Lebensraum enorm hilfreich, denn so lauern keine Versuchungen. Stationärer Entzug ist zwar auch möglich, doch die Erfolgsquoten sind da deutlich niedriger. Behandlung ist in verschiedene Phasen unterteilt und unterstützend dazu kann – wenn es dem Betroffenen recht ist – auch eine Selbsthilfegruppe besucht werden, denn Kombination von verschiedenen Verfahren ist meist die beste Lösung. Weil der Betroffene in der Therapie oft Krisen durchlebt, ist es besonders wichtig, professionelle Hilfe zu haben, denn sonst kann es schnell in einem Rückfall enden. Jede Unterstützung kann gebraucht werden, vor allem die der Angehörigen. Es ist nahezu unmöglich zu prognostizieren, ob und wann ein Betroffener trocken sein wird, denn Verläufe der Therapien sind, wie die Sucht an sich, sehr individuell und kann jederzeit je nach Erfolg angepasst werden.

So verläuft die Therapie…

Im Grunde genommen unterscheiden die Experten zwischen vier Phasen des Therapieverlaufs, wobei jede Phase dazu tendiert, für jeden Betroffenen das individuell angepasste Verhalten anzuwenden. Als erstes erfolgt die Kontaktphase, in der die Patienten die Stellen kontaktieren, wo sie sich Hilfe erhoffen, um sich zuerst Informationen zu holen. Wichtig dabei ist, das Problem ums Trinken zu erkennen und dem Betroffenen Aufwind zu geben, damit er bereit ist, mitverantwortlich auf die Suche nach Lösungen zu gehen. Der Phase folgt der eigentliche Entzug, in dem die Entwöhnung vom Alkohol geschieht. Wenn der Körper nicht mehr zum Alkohol zugreifen kann, zeigen sich schwere Entzugsprobleme, die Patienten zittern, sind komplett durcheinander und bekommen psychische Probleme, die noch schwerer sind, als die Probleme, die zu der Sucht geführt haben. Entzug muss stationär gemacht werden, denn in der Phase des Deliriums können schwerwiegende Situationen passieren – Herzrhythmusstörungen, Koma oder sogar Halluzinationen, bei denen eine sofortige professionelle Hilfe lebensrettend sein kann. Wenn der Körper befreit vom Alkohol ist, bedeutet es noch lange nicht, dass die Abhängigkeitsphase überstanden ist. Dafür müssen noch einige Hindernisse in Angriff genommen werden. Um die Entwöhnung durchzustehen, werden mehrere Monate im Klinikum benötigt, in denen der Betroffene es begreift, wie er die alltäglichen Hürden auch ohne Rausch in Griff bekommen kann. Der Aufenthalt sollte auch seinen Abstinenzwunsch stärken und ihn so psychisch stabil machen, dass er den Alkohol aus seinem Leben verabschieden kann. Wenn dies geschieht, folgt die Rehabilitation, in der der Patient den Bruch von der Behandlung zurück in das normale Leben schaffen muss, wo es tagtägliche Versuchungen gibt, denen er widerstehen muss. Ängste und Probleme sind zurück, damit auch die Überförderung. In dem Fall ist eine Selbsthilfegruppe eine wichtige Stütze. Der Arzt kann auch Tabletten verschreiben, dafür sorgen, dass der Körper den Alkohol nicht so stark verlangt oder auch solche, die unangenehme Nebenwirkungen zeigen, wenn Alkohol eingenommen wird. Die Medikamente sind aber kein Therapieersatz, sondern nur als unterstützender Nebeneffekt zu verstehen.

  One Response to “Finger weg vom Alkohol, was die Industrie verschweigt!”

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